ChatGPT-Alternativen für Unternehmen: DSGVO-konforme KI-Assistenten im Vergleich
Für den Einsatz im Unternehmen eignen sich vor allem Business-Angebote mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung, ohne Training auf deinen Eingaben und mit einem Datenort in der EU: dazu zählen ChatGPT Enterprise mit europäischer Datenresidenz, Microsoft Copilot mit EU Data Boundary, Mistral Vibe (bis Mai 2026 Le Chat), Langdock und eine eigene KI-Plattform mit Sprachmodellen in Deutschland und der EU. Welche Variante passt, hängt davon ab, welche Daten dein Team verarbeitet, welche Software du bereits nutzt und wie viel Kontrolle du über Datenort und Modellwahl brauchst. Hey2Ai bietet selbst zwei Varianten an, den fertigen KI-Workspace und eine individuell entwickelte eigene KI-Plattform; dieser Vergleich stützt sich auf die öffentlichen Angaben der Anbieter.
Fünf KI-Assistenten für Unternehmen auf einen Blick
Die Tabelle fasst die öffentlichen Angaben der Anbieter zusammen. Maßgeblich sind die Vertragsunterlagen, die du mit dem jeweiligen Anbieter abschließt. Prüfe diese vor einer Entscheidung.
| Anbieter/Sitz | Datenort | Training auf Eingaben | Vertrag zur Auftragsverarbeitung | Eigene Dokumente | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|
| ChatGPT Business / Enterprise (OpenAI, USA) | Enterprise: Speicherung in Europa für berechtigte Kunden, Verarbeitung in Europa wählbar. Business: laut Anbieter prüfen | Standardmäßig nein, laut OpenAI | Data Processing Addendum angeboten | Datei-Uploads, Projekte und Anbindung von Diensten wie SharePoint und Google Drive | Teams, die den Funktionsumfang von ChatGPT im Unternehmen nutzen wollen |
| Microsoft Copilot, früher Microsoft 365 Copilot (Microsoft, USA) | Für EU-Kunden innerhalb der EU Data Boundary; Modelle von Anthropic sind davon derzeit ausgenommen | Nein, Eingaben, Antworten und Daten aus Microsoft Graph werden laut Microsoft nicht zum Training genutzt | Ja, über das Microsoft Data Protection Addendum | Ja, über Microsoft Graph: E-Mails, Dateien, Chats im Rahmen der Berechtigungen | Unternehmen, die bereits mit Microsoft 365 arbeiten |
| Mistral Vibe, bis Mai 2026 Le Chat (Mistral AI, Frankreich) | Standardmäßig EU; je nach Funktion vorübergehende Übermittlung außerhalb der EU möglich | Enterprise: standardmäßig nein. Team und Einzelkonten: in den Einstellungen abschaltbar | Data Processing Addendum angeboten | Bibliotheken und Anbindungen, etwa an Google Drive und SharePoint | Unternehmen, die einen europäischen Modellanbieter bevorzugen |
| Langdock (Langdock, Berlin) | Microsoft Azure in der EU; die meisten Modelle laut Anbieter in der EU gehostet, konfigurierbar | Nein, laut Anbieter | Data Processing Addendum im Trust Center | Ja, Bibliothek mit Dateien und Wissensdatenbanken, dazu Integrationen | Unternehmen, die mehrere Modelle über einen deutschen Anbieter nutzen wollen |
| Eigene KI-Plattform (Hey2Ai, Deutschland) | Eigene Instanz auf Servern in Deutschland (Partner Netzarea), Sprachmodelle in Deutschland und der EU | Hängt vom Modellanbieter ab; bei Hey2Ai nur Modelle ohne Training auf Kundendaten | Mit dem Betreiber und den Modellanbietern | Ja, Wissensbereiche mit Benutzer- und Gruppenrechten | Unternehmen, die Datenort, Modellwahl und Zugriffe selbst bestimmen wollen |
Worauf es bei der Wahl eines KI-Assistenten ankommt
1. Wo werden die Daten gespeichert und verarbeitet?
Entscheidend ist nicht nur, wo der Chatverlauf gespeichert wird, sondern auch, wo das Sprachmodell rechnet. Mehrere Anbieter unterscheiden zwischen Speicherung und Verarbeitung oder nehmen einzelne Funktionen und Modelle von der EU-Verarbeitung aus. Frage deshalb gezielt nach beiden Orten und nach der Liste der Unterauftragsverarbeiter.
2. Werden Eingaben zum Training genutzt?
Bei den Business-Angeboten ist das Training auf Kundendaten in der Regel ausgeschlossen oder abschaltbar. Bei privaten oder kostenlosen Konten gilt das oft nicht. Deshalb ist ein freigegebenes Firmenwerkzeug die Grundlage gegen Schatten-KI mit privaten Konten.
3. Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
Für personenbezogene Daten brauchst du einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Alle hier genannten Anbieter stellen ein solches Dokument bereit. Liegt der Anbieter oder ein Unterauftragsverarbeiter außerhalb der EU, ist zusätzlich die Übermittlung nach Kapitel V DSGVO zu prüfen.
4. Wie kommen deine eigenen Dokumente hinein?
Ein KI-Assistent wird im Alltag erst nützlich, wenn er Handbücher, Vorlagen und Arbeitsanweisungen kennt. Achte darauf, dass bestehende Zugriffsrechte übernommen werden und dass du festlegen kannst, wer welchen Wissensbereich nutzt.
Dieser Vergleich ist keine Rechtsberatung. Für die abschließende Bewertung im Einzelfall ziehe deinen Datenschutzbeauftragten oder eine Rechtsanwältin bzw. einen Rechtsanwalt hinzu.
Welche Option passt zu welchem Unternehmen?
- Du arbeitest bereits mit Microsoft 365: Microsoft Copilot greift auf vorhandene Dateien und E-Mails zu und bleibt für EU-Kunden in der EU Data Boundary. Mehr dazu im Ratgeber Microsoft Copilot einführen.
- Dein Team kennt ChatGPT und will genau dieses Werkzeug: ChatGPT Business oder Enterprise, wobei die Speicherung in Europa laut OpenAI für berechtigte Enterprise-Kunden angeboten wird. Hinweise zur Prüfung im Ratgeber ChatGPT und DSGVO.
- Du bevorzugst einen europäischen Modellanbieter: Mistral Vibe von Mistral AI aus Frankreich, mit Datenhaltung standardmäßig in der EU.
- Du willst mehrere Modelle über einen deutschen Vertragspartner: Langdock bündelt verschiedene Sprachmodelle auf einer Plattform mit Hosting in der EU.
- Du willst fertige Software mit mehreren Modellen, eingeführt von einem Partner: der KI-Workspace von RelationFlow, laut Anbieter in der EU gehostet. Hey2Ai richtet ihn ein und schult dein Team.
- Du willst Datenort, Modelle und Zugriffe selbst bestimmen: eine eigene KI-Plattform. Hey2Ai entwickelt sie nach deinen Anforderungen, betreibt sie auf Servern in Deutschland, verbindet sie mit Sprachmodellen in Deutschland und der EU, die nicht auf deinen Daten trainiert werden, und bringt Benutzerverwaltung und deine eigenen Dokumente mit. Mehr auf der Seite Eigene KI-Plattform.
Unabhängig von der Wahl gilt: Ohne klare Nutzungsregeln bleibt jedes Werkzeug ein Risiko. Lege fest, welche Daten in den Chat dürfen, und weise dein Team in die Regeln ein. Eine Vorlage dafür findest du im Ratgeber zur KI-Richtlinie.
So wählst du in vier Schritten
- Was kommt in den Chat?
Daten
Lege fest, welche Daten dein Team mit dem KI-Assistenten verarbeiten soll und welche ausgeschlossen sind.
- Welche Software nutzt du?
Umfeld
Prüfe, ob ein Werkzeug zu deiner bestehenden Umgebung passt, etwa Microsoft 365 oder deine Dokumentenablage.
- Datenort und AVV
Vertrag
Lass dir Speicher- und Verarbeitungsort, Unterauftragsverarbeiter und den Vertrag zur Auftragsverarbeitung schriftlich geben.
- Mit echten Aufgaben
Testen
Teste die engere Auswahl mit einer kleinen Auswahl an Aufgaben aus deinem Alltag, bevor du für alle freigibst.
Welche ChatGPT-Alternative ist DSGVO-konform?
Nutzt ChatGPT Business meine Eingaben zum Training?
Bleiben die Daten bei Microsoft Copilot in der EU?
Gibt es eine europäische Alternative zu ChatGPT?
Was ist eine eigene KI-Plattform?
Welche ChatGPT-Alternative eignet sich für den Mittelstand?
Welcher Vorgang kostet dein Team täglich Zeit?
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Quellen
- OpenAI: Business data privacy, security, and compliance
- OpenAI: Introducing data residency in Europe
- OpenAI: Company knowledge in ChatGPT
- Microsoft Learn: Data, Privacy, and Security for Microsoft Copilot
- Mistral AI Help Center: Where do you store my data
- Mistral AI Help Center: Opt-out from training
- Mistral AI: Data Processing Addendum
- Mistral AI Docs: Connectors in Vibe
- Langdock: Security
- Datenschutz-Grundverordnung, Kapitel V und Art. 28, EUR-Lex

