Mandatsannahme und Erstanfragen
Ein KI-Agent nimmt Anfragen über Website, E-Mail oder Telefon entgegen, erfasst Sachverhalt, Gegner und Fristen strukturiert und bereitet die Kollisionsprüfung vor. Eine Rechtsberatung gibt der Agent nicht.
Anwaltskanzleien dürfen KI-Dienste nutzen, wenn sie den Anbieter sorgfältig auswählen, ihn vertraglich in Textform zur Verschwiegenheit verpflichten und ihm nur die Informationen geben, die für die Leistung nötig sind, so verlangt es § 43e BRAO. Sinnvolle Einsatzfelder sind Mandatsannahme, Fristen- und Posteingangsvorbereitung, Recherche und Entwürfe, die stets anwaltlich geprüft werden. Dieser Ratgeber von Hey2Ai fasst die rechtlichen Leitplanken und einen praxistauglichen Einstieg zusammen.
Für KI-Dienste mit Mandatsbezug greifen Berufsrecht, Strafrecht, Datenschutz und KI-Verordnung nebeneinander.
| Vorschrift | Inhalt | Bedeutung für KI-Dienste |
|---|---|---|
| § 43a Abs. 2 BRAO | Verschwiegenheitspflicht des Rechtsanwalts | Gilt auch, wenn Daten in ein KI-Werkzeug eingegeben werden |
| § 43e BRAO | Inanspruchnahme von Dienstleistungen | Sorgfältige Auswahl, Vertrag in Textform, Belehrung über strafrechtliche Folgen, Zugriff nur soweit erforderlich |
| § 203 StGB | Verletzung von Privatgeheimnissen | Offenbaren an mitwirkende Personen nur, soweit für deren Tätigkeit erforderlich |
| Art. 28 DSGVO | Auftragsverarbeitung | Vertrag, Verarbeitung nur auf dokumentierte Weisung, hinreichende Garantien |
| Art. 4 und 50 KI-Verordnung | KI-Kompetenz und Transparenz | Maßnahmen zur KI-Kompetenz seit 2. Februar 2025, Kennzeichnung von Chatbots seit 2. August 2026 |
KI eignet sich in Kanzleien vor allem für vorbereitende Arbeit, die anschließend anwaltlich geprüft wird.
Ein KI-Agent nimmt Anfragen über Website, E-Mail oder Telefon entgegen, erfasst Sachverhalt, Gegner und Fristen strukturiert und bereitet die Kollisionsprüfung vor. Eine Rechtsberatung gibt der Agent nicht.
Eingehende Schreiben werden der richtigen Akte zugeordnet, zusammengefasst und mit möglichen Fristen markiert. Die Fristnotierung selbst prüft und verantwortet die Kanzlei.
KI fasst Akten zusammen, erstellt Gliederungen und erste Entwürfe für Standardschreiben. Jede Fundstelle und jede Aussage muss anwaltlich kontrolliert werden, weil Sprachmodelle Quellen erfinden können.
Eine eigene KI-Plattform beantwortet Fragen zu Mustern, Kanzleirichtlinien und eigenen Vorlagen, ohne dass Mandatsdaten die geschützte Umgebung verlassen.
Entscheidend ist, dass der Anbieter die Anforderungen aus § 43e BRAO und Art. 28 DSGVO vertraglich erfüllt. Prüfe vor dem Einsatz mindestens diese Punkte:
Hey2Ai unterstützt Kanzleien dabei, solche Abläufe aufzusetzen: mit Verarbeitung in der EU, Hosting in Deutschland, ohne Training auf Kundendaten und mit menschlicher Freigabe in jedem Agenten. Hintergründe zu den Pflichten aus der KI-Verordnung findest du auf der Seite zum EU AI Act, zur technischen Umsetzung unter KI-Agenten.
In der kostenlosen KI-Analyse benennen wir den Vorgang, der sich zuerst lohnt, mit Werkzeug, Kennzahl und Größenordnung. Und du bekommst eine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie Nein heißt.
Kostenlose KI-Analyse buchen