Ratgeber · EU AI Act

EU AI Act Checkliste: acht Punkte für mittelständische Unternehmen

Mittelständische Unternehmen, die KI nutzen, müssen nach dem EU AI Act vor allem drei Dinge sicherstellen: keine verbotenen KI-Praktiken, Maßnahmen zur KI-Kompetenz der Mitarbeitenden und seit August 2026 die Transparenzpflichten, etwa bei Chatbots. Diese Checkliste von Hey2Ai führt in acht Punkten durch alle Pflichten, mit den Fristen nach dem Digital Omnibus von 2026.

Zuletzt aktualisiert: · Hey2Ai, München

Checkliste

Die acht Punkte im Überblick

  1. KI-Inventar anlegen. Erfasse alle KI-Werkzeuge, Copilot-Agenten, eigenen GPTs, Chatbots und Automatisierungen mit Zweck, Verantwortlichem und verarbeiteten Daten.
  2. Rolle klären. Prüfe je System, ob dein Unternehmen Anbieter oder Betreiber ist. Wer ein fremdes System beruflich nutzt, ist Betreiber.
  3. Verbotene Praktiken ausschließen. Prüfe, dass kein System unter Artikel 5 fällt, etwa Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder manipulative Techniken.
  4. Hochrisiko prüfen. Gleiche jeden Use Case mit Anhang III ab, zum Beispiel Personalauswahl, Kreditwürdigkeit oder Risikobewertung in der Lebens- und Krankenversicherung.
  5. Transparenz sicherstellen. Chatbots müssen als KI erkennbar sein, KI-generierte Inhalte je nach Fall gekennzeichnet werden (Art. 50).
  6. KI-Kompetenz fördern. Schule Mitarbeitende passend zu ihrer Rolle und dokumentiere die Maßnahmen (Art. 4).
  7. KI-Richtlinie beschließen. Lege erlaubte Werkzeuge, erlaubte Daten, Freigaberegeln und Zuständigkeiten schriftlich fest.
  8. Verantwortung benennen. Bestimme eine Person oder Stelle, die Inventar und Richtlinie pflegt und neue Use Cases einordnet, zum Beispiel einen AI Officer.
Fristen

Welche Pflicht ab wann gilt

Stand Oktober 2026, nach Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus on AI) am 27. Juli 2026.

Quellen: Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 113; Verordnung (EU) 2026/1744.
AbPflichtChecklisten-Punkt
2. Februar 2025Verbotene Praktiken, Maßnahmen zur KI-Kompetenz3, 6
2. August 2026Transparenzpflichten nach Art. 505
2. Dezember 2026Übergangsfrist für Art. 50 Abs. 2 (maschinenlesbare Markierung) bei generativen Systemen, die schon vor August 2026 am Markt waren5
2. Dezember 2027Hochrisiko-Systeme nach Anhang III4
2. August 2028Hochrisiko-Systeme nach Anhang I4
Praxis

Wie du mit der Checkliste startest

Beginne mit Punkt 1. Ohne Inventar lassen sich die übrigen Punkte nicht prüfen. In vielen Unternehmen zeigt sich dabei, dass deutlich mehr KI im Einsatz ist als gedacht, vor allem selbstgebaute Agenten und Automatisierungen in den Fachabteilungen.

Für die Bestandsaufnahme hat Hey2Ai ein festes Format entwickelt, das Agent Estate Review. Es liefert das Inventar, die Einordnung nach Risikoklassen und einen Maßnahmenplan. Einen Überblick über alle Pflichten findest du auf der Seite zum EU AI Act.

Kostenlose Vorlagen

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PDF und Word

EU AI Act Checkliste

Die acht Punkte zum Abhaken, mit allen Fristen nach dem Digital Omnibus 2026 und Platz für Datum und Zuständigkeit.

PDF und Excel

Vorlage KI-Inventar

Alle KI-Werkzeuge, Agenten und Automatisierungen auf einen Blick, mit Ausfüllhilfe und Spalten für Rolle und Risikoklasse.

PDF und Word

Vorlage KI-Richtlinie

Muster mit Werkzeugen, Datenklassen, erlaubten Zwecken, Prüfpflicht, Freigabe und Zuständigkeit, zum Ausfüllen.

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FAQ

Fragen zur Checkliste

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Gilt der EU AI Act auch für kleine Unternehmen?
Ja. Der EU AI Act gilt unabhängig von der Unternehmensgröße für alle, die KI-Systeme beruflich einsetzen. Kleine und mittlere Unternehmen erhalten Erleichterungen, etwa niedrigere Bußgeldobergrenzen und vereinfachte Dokumentation, aber keine Ausnahme.
Was ist der erste Schritt zur Umsetzung des EU AI Act?
Ein KI-Inventar. Erfasse, welche KI-Werkzeuge und Agenten im Unternehmen genutzt werden, wofür und mit welchen Daten. Erst danach lassen sich Risikoklassen und Pflichten bestimmen.
Muss ich Mitarbeitende zum EU AI Act schulen?
Artikel 4 verlangt Maßnahmen, um die KI-Kompetenz des Personals zu fördern. Ein bestimmtes Niveau muss nach dem Digital Omnibus nicht garantiert werden. Praktisch heißt das: rollenbezogene Schulungen und dokumentierte Nutzungsregeln.
Wann gelten die Pflichten für Hochrisiko-KI?
Für Hochrisiko-Systeme nach Anhang III ab 2. Dezember 2027, für Systeme nach Anhang I ab 2. August 2028. Die Fristen wurden durch die Verordnung (EU) 2026/1744 verschoben.
Brauche ich für den EU AI Act eine Beratung?
Nicht zwingend. Die Checkliste lässt sich intern abarbeiten. Eine Beratung lohnt sich, wenn viele Werkzeuge im Einsatz sind, Hochrisiko-Fälle möglich sind oder die Zeit für eine saubere Dokumentation fehlt.
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